Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Jeder Strompreis setzt sich zunächst aus einem Arbeitspreis und einer Grundgebühr, auch Grundpreis genannt, zusammen. Diese Bestandteile des Strompreises finden Verbraucher auf jeder Stromrechnung.

Während der Arbeitspreis verbrauchsabhängig ist und in der Einheit Kilowattstunden angegeben wird, ist die Grundgebühr bzw. der Grundpreis verbrauchsunabhängig, d. h. er wird immer als Festpreis pro Jahr oder seltener pro Monat angegeben. Im letztgenannten Preisbestandteil sind alle Bereitstellungs- und Verrechnungskosten enthalten. Zu diesen gehören neben der Miete und Instandhaltungskosten für die Messeinrichtung (Stromzähler) etwa auch weitere Kostenanteile für die Rechnungserstellung, das Inkasso für Zahlungsausfälle und Netzkosten. Aber wie setzt sich der Strompreis zusammen und welche Angaben sind auf der Stromrechnung Pflicht?

Abrechnung des Strompreises: Was muss auf der Stromrechnung stehen?

Der Bund der Energieverbraucher weist darauf hin, dass Strom- und Gasanbieter im Zuge der aktuellen energiewirtschaftlichen Gesetzesregelung für eine verständlichere Stromrechnung Sorge tragen müssen. Der entsprechende Passus steht in §40 Abs. (1), Satz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes: „Strom- und Gasrechnungen müssen einfach und verständlich sein.“ Nach dieser Regelung muss die Stromrechnung neben Firmendaten (Name, Adresse, Telefonnummer und Email) auch die Vertragsdauer, die Kündigungsfrist und die Zählernummer enthalten. Darüber hinaus beinhaltet die Rechnung künftig neben dem aktuellen Stromverbrauch ebenfalls Vergleichsangaben zum Verbrauch im Vorjahr.

Durch die neue Regelung werden Stromanbieter zusätzlich zu einer neuen Angabe verpflichtet: Die Stromrechnung muss eine Grafik enthalten, die den eigenen Stromverbrauch mit dem Verbrauch ähnlicher Haushaltsgrößen vergleicht. Durch die verbindlichen Strompreis- und Rechnungsangaben soll bei Stromkunden die Wechselbereitschaftgefördert und die Suche nach einem neuen Stromanbieter erleichtert werden. Bei strittigen Fragen zur Stromrechnung ist der Verbraucherservice der Bundesnetzagentur künftig die zentrale Anlaufstelle.

Weitere wichtige Angaben auf der Stromrechnung

Um einen Wechsel zu einem neuen Stromanbieter zu beschleunigen, sollten Verbraucher – neben der Zählernummer – Ihre Kundennummer und Rechnungsnummer beim bestehenden Stromversorger kennen. Diese befinden sich ebenfalls auf der Stromrechnung. Wer sich bei seinem alten Anbieter nach dem Bearbeitungsstand seiner Kündigung bzw. Anbieterwechsels erkundigt, sollte diese Angaben zur Hand haben. Die Kundennummer ist immer gleich, solange Stromkunden ihrem alten Anbieter verbleiben. Mit der Rechnungsnummer können sich Verbraucher auf eine ganz bestimmte Stromrechnung beziehen, in der Regel die aktuelle Abrechnung. Die Rechnungsnummer ist also wichtig, wenn Stromkunden sich über gerade fällige Forderungen des Stromanbieters erkundigen wollen. Aber welche Faktoren bestimmten noch die Energiekosten und wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Wichtig bei Preiserhöhungen: Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Im Strompreis sind viele unterschiedliche Kostenbestandteile enthalten. Je nach Interessenlage streiten deshalb Stromkonzerne, Verbraucherverbände und Politik bei Strompreis-Erhöhungen über die jeweiligen Gründe für den Preisanstieg. Relativ unbestritten ist die Tatsache, dass Steuern und Abgaben mit über 45 Prozent den größten Anteil an der Zusammensetzung des Strompreises haben. Der Strompreis setzt sich zusammen aus der Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und den Ökostrom-Abgaben. Die Mehrwertsteuer beträgt auch für die Nutzung von Strom derzeit 19 Prozent, die Stromsteuer macht nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher 2,05 Cent pro Kilowattstunde aus und ist im Arbeitspreis enthalten. In der Konzessionsabgabe ist das Entgelt der Netzbetreiber an die Kommunen enthalten, denn der Netzbetreiber nutzt Wege und Straßen, um den Strom an die Verbraucher oder Gewerbekunden zu transportieren. Der Anteil liegt nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher in der Grundversorgung je Gemeindegröße zwischen 1,32 bis 2,39 Cent pro Kilowattstunden.

Weitere Kosten: KWK- und EEG-Umlage

Der Strompreis setzt sich zudem aus einigen Abgaben aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zusammen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur steigt die EEG-Umlage 2013 um etwa 50 Prozent.

Hinsichtlich der Zusammensetzung der Strompreise stellen die Beschaffungskosten und die Gewinnmargen der Stromunternehmen einen nicht unerheblichen Kostenanteil dar. Dieser liegt nach Angaben des Bundesverbands der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei etwas über 30 Prozent. Mit etwa 24 Prozent beziffern Verbraucherverbände den Anteil der Netznutzungsentgelte (NNE) an der Zusammensetzung des Strompreises. Dieser Bestandteil des Strompreises fällt an, weil die Stromversorger den Netzbetreibern eine Nutzungsgebühr für die Durchleitung des Stroms bezahlen müssen.